NABU-News

N A B U - P R E S S E D I E N S T ---- NR. 46/12 ---- 3.5.2012 ---------------------------------------------------------------------------

Artenschutz Neuseeland


NABU International überreicht 18.000 Unterschriften für die Rettung der seltensten Delfinart der Welt
Neuseeländische Regierung muss bedrohte Hector- und Maui-Delfine schützen

Wellington – Vertreter der NABU International Naturschutzstiftung überreichten gestern über 18.000 weltweit gesammelte Unterschriften an die neuseeländische Regierung, um einen besseren Schutzstatus für die bedrohten Hector- und Maui-Delfine zu erwirken. Hochrangige Politiker nahmen die Unterschriften entgegen und legten das Thema anschließend dem Parlament vor. Hector- und Maui-Delfine kommen ausschließlich in Neuseeland vor und sind vor allem durch Kiemen- und Schleppnetzfischerei vom Aussterben bedroht. Drei Viertel der Hector-Delfine sind bereits verschwunden, von ihren nahen Verwandten, den Maui-Delfinen, gibt es nur noch rund 55 erwachsene Tiere. Bisher hat die neuseeländische Regierung das Problem aufgrund des Widerstandes der Fischereiindustrie weitgehend ignoriert.

„Die öffentliche Aufmerksamkeit, die die Unterschriftenkampagne in Neuseeland bewirkt hat, und die Tatsache, dass sich die Oppositionspartei erstmalig für den umfassenden Schutz der Tiere ausgesprochen hat, könnte den Durchbruch für die Rettung der Delfine bedeuten“, sagte Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung. Bisher steht lediglich ein Bruchteil der Lebensräume unter Schutz. NABU International drängt mit der Kampagne, die für Delfine und andere Meeressäuger besonders gefährliche Kiemen- und Schleppnetzfischerei im gesamten Lebensraum der Delfine zu verbieten und die Gebiete unter Schutz zu stellen. Dies sei die einzige Möglichkeit, um ein Aussterben der Tierarten zu verhindern. Seit der letzten Zählung der Delfine im vergangenen Jahr sind mindestens drei weitere Maui-Delfine gestorben. Da die Fischer ihre Fänge nicht melden, dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen.

„Neuseelands bisheriges Handeln im Fall der bedrohten Delfine verstößt gegen mehrere strategische Ziele der Biodiversitäts-Konvention, die in 2011 auf der letzten Vertragsstaatenkonferenz in Nagoya verabschiedet wurden. Demnach muss jeder Mitgliedsstaat sicherstellen, dass das Aussterben einer bekannten gefährdeten Art verhindert wird und sich die Nutzung natürlicher Ressourcen immer im Einklang mit den ökologischen Gegebenheiten befindet“, so Tennhardt weiter.

www.nabu.de

Internationale Natur- und Artenschutzprojekte
NABU und Michael Succow Stiftung entwickeln Biosphärenreservat in Ostafrika
Projekt zum Schutz von Mensch und Natur am größten See Äthiopiens



Berlin – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Michael Succow Stiftung bauen in enger Zusammenarbeit mit der äthiopischen Regierung in den kommenden vier Jahren im Gebiet des äthiopischen Tanasees ein UNESCO-Biosphärenreservat auf. Die 5.000 Quadratkilometer große Region mit ihrer etwa 3.000 Quadratkilometer großen Seefläche ist Quellgebiet des Blauen Nils und von internationaler Bedeutung für die Artenvielfalt und das Kulturlandschaftserbe. Intensive Landwirtschaft, große Bewässerungsprojekte und Wasserkraftwerke werden zunehmend zur Gefahr für die „Riviera Äthiopiens“ mit ihren beeindruckenden Wasserfällen. Ein Biosphärenreservat soll ursprüngliche Naturgebiete schützen, das Kulturlandschaftserbe der Region bewahren und langfristig neue Einnahmequellen für die Bevölkerung schaffen.
Der Tanasee, Afrikas höchstgelegener und Äthiopiens größter See, ist das wichtigste afrikanische Überwinterungsgebiet des Europäischen Kranichs und zahlreicher anderer Wasser- und Singvögel. In dem Gebiet leben Nilpferde, Krokodile, Warane, Bergpythons und allein 15 Fischarten, die sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen. Viele der 37 Inseln des Sees beheimaten äthiopisch-orthodoxe Kirchen und Klöster. Dort sind noch Teile der vor Ort als heilig angesehenen „Kirchenwälder“ erhalten geblieben, mit weit über 100 Baumarten und den nördlichsten Wildkaffeevorkommen im Kaffeeursprungsland Äthiopien. Die menschlichen Eingriffe in dem sensiblen Lebensraum führen zu immer stärkeren Umweltbelastungen. Bereits jetzt lebt beinahe die Hälfte der lokalen Bevölkerung in bitterer Armut und ist gezwungen ihre natürliche Umgebung zu übernutzen.
Der NABU und die Michael Succow Stiftung wollen die einzigartige Natur in der Region langfristig erhalten und der Bevölkerung durch Ökotourismus im Biosphärenreservat und den Vertrieb von regionalen Produkten neue Einkommensmöglichkeiten schaffen. Durch den Schutz der Feuchtgebiete trägt das Projekt außerdem einen Teil zum weltweiten Klimaschutz bei. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das gemeinsame Vorhaben mit 1,6 Millionen Euro. www.nabu.de


Ich hatte im September 09 am Bannerwettbewerb der Tierhilfe verbindet e.V. teilgenommen. Mein Banner wurde unter die drei Schönsten gewählt. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Drill

Ein Drilljunges im Saarbrücker Zoo trägt jetzt meinen vorgeschlagenen Namen Nala. Das freut mich sehr. Der Drill ist noch nicht gut erforscht und schon vom Aussterben bedroht. Im Saarbrücker Zoo gibt es ein spezielles Zuchtprogramm. Hier geht es zu den Affen und Halbaffen: Namen für das Drillbaby gefunden.

Erbgut von Mäusen entschlüsselt

Das Erbgut von Mäusen ist dem des Menschen weniger ähnlich als bisher angenommen wurde. Wie Wissenschaftler um Deanna Church vom National Center for Biotechnology Information in Bethesda, USA, herausfanden, haben die kleinen Nager über Tausend Gene mehr als der Mensch.
Die Maus war nach dem Menschen das zweite Lebewesen, dessen Erbgut weitgehend entschlüsselt wurde. Eine Studie im Jahr 2002 ergab noch, dass das Erbgut der Maus um 14 % kleiner als das des Menschen und das Beide rund 30.000 Gene besäßen. Aktuelle Untersuchungen belegen allerdings, dass die Maus 20.210 und das der Mensch lediglich 19.042 Gene besitzt. Die Maus hat nach Aussage der Forscher hauptsächlich deshalb über 1.000 Gene mehr als der Mensch, weil in ihrem Erbgut Gene mehrfach vorhanden sind. Hinzu kommt, dass einige Mäuse-Gene beim Menschen nicht vorkommen, z. B. Baupläne für Proteine zur Wahrnehmung von Gerüchen und Pheromonen.
Der neuen Analyse zufolge sind 15.178 der Gene miteinander verwandt, stammen also von gemeinsamen Vorfahren ab. Jedoch stimmen nur vier Fünftel der Gene von Mensch und Maus überein. Diese Unterschiede werfen die Frage auf, inwiefern Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen übertragbar sind.
Quelle(PLoS Biology, Bd. 7, Nr. 5, doi:10.1371/journal.pbio.1000112).
Katrin Aretz/Rodentia


Tiere 2012

Die Dohle ist „Vogel des Jahres 2012“

Die intelligenten Singvögel brauchen einen besseren Schutz ihrer Lebensräume


14. Oktober 2011 - Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz, NABU-Partner in Bayern, haben heute die Dohle (Coloeus monedula) zum „Vogel des Jahres 2012“ gekürt. „Damit beleuchten wir eine der intelligentesten heimischen Vogelarten, die trotz ihrer Anpassungsfähigkeit immer weniger Nistmöglichkeiten findet“, erklärt NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. „Mit der Ernennung zum Vogel des Jahres wollen wir uns verstärkt für die geselligen Dohlen einsetzen, denn ihre Lebensräume werden immer mehr eingeengt“, erläutert der LBV-Vorsitzende Ludwig Sothmann. Es sei dringend, die vielseitigen Stimmtalente besser zu schützen, denn Dohlen stehen bereits in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten oder auf der Vorwarnliste. Dohle
Brutplätze für die Dohle sind mittlerweile rar gesäht.
Als Kulturfolger hatten sich die ursprünglichen Steppenbewohner in der menschlichen Nachbarschaft gut eingerichtet: Hohe Gebäude boten ihnen vorzüglichen Unterschlupf und Weiden, Felder und Wiesen einen reich gedeckten Tisch mit Käfern, Heuschrecken, Würmern und Schnecken. Für die Landwirtschaft waren sie nützliche Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung und so lebten Mensch und Dohle jahrhundertelang einträchtig miteinander. „Doch nun versiegeln wir immer mehr Grünflächen und setzen für den großflächigen Anbau von Energiepflanzen – vor allem Mais und Raps – flächendeckend Pestizide ein. Damit verschwindet auch die Nahrungsgrundlage der Dohlen. Zugleich finden die Dohlen in unseren Städten und Dörfern immer weniger Nistmöglichkeiten“, erklärt NABU-Vizepräsident Opitz. So ist der Dohlenbestand in Deutschland auf geschätzte 100.000 Brutpaare gesunken. Größere Dichten erreicht die Art nur noch regional, etwa am Niederrhein.



Weitere Tiere des Jahres 2012:

Näheres auf nabu.de



Lassen sie doch im Herbst eine Stelle in Ihrem Garten 'ungepflegt'. Rächen sie die Blätter auf einen Haufen und legen sie alte Äste oder ein Brett darüber. Auch eine Steineinfassung, etwa ein Komposthaufen wird gerne aufgesucht. Nähere Informationen finden sie auf der liebevoll gestalteten und informativen Internetseite von

igel-insel e.V.
Foto Igel: pixelio.de